Hausruckbahn retten: Oberösterreichs Regionalbahnen zu echten Auto-Alternativen machen
SP-LAbg. Gabriele Knauseder: „Ein Jahrzehnt blaues Aufschieben: Einstimmiger Beschluss von 2014 bis heute nicht umgesetzt“
In der jüngsten Infrastrukturausschusssitzung des Oö. Landtags stand der SPÖ-Antrag für einen umfassenden Bericht zu den oberösterreichischen Regionalbahnen erneut auf der Tagesordnung. Für SPÖ-Landtagsabgeordnete Gabi Knauseder ist es höchste Zeit, dass Verkehrslandesrat Günther Steinkellner die Karten auf den Tisch legt. „Seit mittlerweile 16 Jahren wird im Land über die Zukunft und eine mögliche Übernahme der Regionalbahnen durch das Land Oberösterreich verhandelt. Passiert ist seither viel zu wenig. Landesrat Steinkellner steht seit fast einer Dekade in der Ressortverantwortung. Er muss den Pendler:innen endlich schwarz auf weiß erklären, warum diese wichtige Infrastruktur noch immer nicht langfristig abgesichert ist“, so Knauseder. Bereits 2012 lag ein finanziell attraktives Gesamtpaket der damaligen Verkehrsministerin Doris Bures zur Übernahme der Hausruck-, der Almtal- und der Mühlkreisbahn auf dem Tisch, das vom damaligen Landeshauptmann Pühringer kurzsichtig ausgeschlagen wurde – inklusive einer saftigen Bundes-Mitgift für die Infrastruktur und den Betrieb.
SPÖ für begleitende Landtagskontrolle
Für Knauseder steht fest, dass die Regionalbahnen das Rückgrat einer echten Verkehrswende im ländlichen Raum sein müssen. Nur durch gezielte Investitionen in eine spürbare Taktverdichtung sowie die dringend notwendige Streckenbeschleunigung wird es gelingen, Pendler:innen durch schnelle und verlässliche Züge dauerhaft zum Umstieg zu bewegen. „Eine Übernahme des Schienennetzes durch das Land ist die bisher verabsäumte Chance, um diese wichtige Infrastruktur durch entsprechende Auslastung für die Zukunft langfristig abzusichern. Bei konsequenter Umsetzung dieser Maßnahmen haben die Almtalbahn, die Hausruckbahn und die Mühlkreisbahn das volle Potenzial, zu modernen, regionalen Verkehrsadern und zu einer echten, attraktiven Alternative zum Auto zu werden, in die jeder Cent gut investiertes Geld ist“, ist Knauseder überzeugt.
Steinkellner: Erster beim Fordern, letzter beim Umsetzen
Besonders brisant: Im Jahr 2014 beschloss der Oö. Landtag einstimmig einen Antrag zum Erhalt aller Regionalbahnen. Erstunterzeichner war damals ein FPÖ-Abgeordneter namens Günther Steinkellner. „Ausgerechnet der Antrag, den Steinkellner vor zwölf Jahren selbst eingebracht hat, ist bis heute nicht umgesetzt. Stattdessen stehen wir immer noch am Anfang und blicken auf einen enormen, hausgemachten Investitionsstau. Wenn die schwarz-blaue Landesspitze hier weiterhin untätig bleibt, droht das schleichende Aus für wichtige Strecken“, warnt Knauseder.